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Hausübergabe + Meilenstein WZ Teil 2


für 90.000 Klicks, für tägliche Besuche und dass ihr uns auf dem - manchmal steinigen - Weg zum Haus begleitet habt. 867 Tage sind seit dem ersten Blogeintrag, dem ersten echten Gedanken an ein eigenes Haus vergangen und heute haben wir es nun geschafft. Wir hatten Hausübergabe!

Bevor wir uns mit unserem Bauleiter Herrn Lange getroffen haben, waren wir noch mit unserem Bausachverständigen verabredet. Allerdings haben wir nicht schlecht gestaunt, als auf einmal seine Frau angelaufen kam. Sie hatte unserer Baustelle im Auftrag ihres Mannes schon öfter besucht, aber wir müssen zugeben, dass wir heute etwas skeptisch waren. Wird sie unsere Interesse auch richtig vertreten? 

Wir hatten nur eine halbe Stunde für die Vorbesprechung, da ihr Mann damals meinte, das reicht. Wir fanden das ziemlich knapp bemessen und hatten Recht. Zudem sie auch noch zu spät kam. So mussten wir unsere Vorbegehung auf das wichtigste einkürzen und hatten kaum Zeit das Haus auf Herz und Nieren zu prüfen.

Wiederum muss man sagen, wussten wir ja für uns schon, dass es nicht viele Punkte geben wird. Unser Termin mit dem Bauleiter und der BSV dauerte ca. 2 Stunden. Folgende Positionen wurden ins Protokoll aufgenommen:

  1. Entfernung der "Klemmhilfen" beim Quellband
    (übersetzt Styropor in der Dehnungsfuge des Klinkers entfernen)
  2. Prüfung Flattergeräusch bei Dachrinne
    (unser Nachbar hat uns drauf aufmerksam gemacht, dass bei starkem Wind ein Stück Folie o. ä. rumwedelt und Geräusche macht)
  3. Kratzer am Wohnzimmerfenster außen entfernen
  4. Austausch Terrassenelement wegen Kratzer
  5. Klärung Außensteckdosen, Klingeltaster und Rollladentaster
    (genaueres dazu später)
  6. Dokumentation der verlegten Leitungen durch Fa. Alarm-Center fehlt sowie Klärung/Einigung des Mehraufwands für uns während der Elektroplanung (da hier kein Vor-Ort-Termin im Rohbau stattgefunden hat mussten wir die Installationsplanung selbst vornehmen)

Die Gewerke haben nun 4 Wochen Zeit zur Nachbesserung. Da es sich um keine großen Mängel handelt, sollte das auch schnell erledigt sein. Nach Abschluss der Protokollierung wurde noch unser Türschloss ausgewechselt und wir haben zur Übergabe eine große Flasche Sekt, ein Hygrometer und ein Heftchen zum richtigen lüften und heizen erhalten. Dann war auch alles durch und wir verabschiedeten uns alle voneinander.

Der Termin mit der Frau des BSV war dann am Ende auch besser als erwartet und sie hat sich gut für uns eingesetzt. Hat im richtigen Moment Paroli geboten und bestand darauf die kleinsten Dinge zu Ende zu besprechen.

Nun ist es geschafft und wir haben nach 279 Tagen bzw. 9 Monaten und 5 Tagen die Bauphase mit Team Massivhaus beendet. Theoretisch wären es weniger Tage gewesen, denn die Zeit hat sich ja durch die Malerarbeiten nach hinten verschoben. Hätten wir diese nicht vorgezogen und sich damit nicht der Türeinbau nach hinten verlegt, hätte durchaus eine Übergabe Anfang/Mitte Juni stattfinden können.

WIR.HABEN.FERTIG

Zumindest mit diesem Abschnitt. Nun geht es noch an die restlichen Arbeiten und ans sauber machen, bevor wir in wenigen Wochen einziehen wollen. Davor müssen wir allerdings auch noch das Treppen- und Brüstungsgeländer anbringen. Wir hoffen, dass es nächste Woche endlich geliefert wird. Denn so lange kann der Bauleiter auch keine Fertigstellung des Gebäudes beim Bauamt melden.

Nach der Übergabe haben wir damit begonnen die Sockelleisten anzubringen. Stefan hat mit einer elektrischen Gehrungssäge die Leisten auf Maß gekürzt, während ich alle 30 cm ein Loch gebohrt habe um die Befestigungsclips anzubringen, wo man die Sockelleiste dann drüber schiebt. Wir hatten es ein paar Tage vorher mit einer Gehrungsschiene und Handsäge probiert, aber da kam ja absoluter Schrott raus. So waren wir schneller, sauberer (aber nur was den Schnitt anging, denn da es geregnet hat, mussten wir innen sägen) und es sah aus wie vom Profi ;-) Aber so schnell waren wir dann nicht. Gerade mal das Wohnzimmer, die Küche und das Schlafzimmer sind fertig gesägt. Die Clipse fehlen aber noch, da muss ich am Wochenende noch mal ran.

Hier aber nun erstmal die aktuellsten Bilder unserer Zimmer.

Wohnzimmer

Essbereich

Flur: Gletscherblau

Schlafzimmer
Bevor wir mit den Eltern und den Nachbarn dann abends nochmal angestoßen haben, hat unser Maler noch eine nette Übergangsschiene an der obersten Treppenstufe geklebt. Die Fliese bzw. Stufe ist etwas höher als der Vinylboden und da hier alles krumm und schief ist, hatten wir zudem einen unschönen Schlitz zwischen beiden Materialen. Ich hatte dann im Baumarkt eine passende Schiene gekauft und so sieht es nun aus.


Und zu guter Letzt haben wir jetzt auch Spots in der Decke. Im Dunkeln haben wir sie noch nicht getestet, mal sehen wie hell es wird. Aber sie funktionieren schon mal alle. Super!




Küche steht

Heute ist es soweit. Die Küche kommt. Die Straße wird fertiggestellt. Beides stand ja nun schon eine Weile im Konflikt und daher waren wir pünktlich 6:30 Uhr am Haus um uns ggf. auf die Straße zu legen. Die Kampfzone war allerdings ruhig. Während ich den Küchenboden nochmal schnell wischte und Platz schaffte, hielt Stefan draußen Wache. Kurz vor 7:00 Uhr kam der Polier zu uns und fragte, ob die Küche nun heute komme. Na klaro kommt sie, bestimmt auch gleich.

Eigentlich war ja mit dem Bauleiter der Straße vereinbart, dass die Asphaltarbeiten erst 8.00 Uhr starten werden. Aber der Polier wirkte so, als wolle er doch früher beginnen. So einigten wir uns darauf, dass wir den Küchenlieferanten bis 7:30 Uhr geben würden und ansonsten könnte der Straßenbau beginnen. Wir gingen auch gar nicht davon aus, dass wir diese Zeit benötigen, da ja mit Küche Aktiv vereinbart war, dass sie Punkt 7 auf der Matte stehen.

Aber niemand war zu der Zeit zu sehen. Gegen 7:15 Uhr wurden wir langsam unruhig und versuchten den Kollegen zu erreichen, der mit uns den Termin vereinbart hatte. Aber um die Zeit wird natürlich noch nicht gearbeitet und einen anderen Kontakt hatten wir nicht. 7:25 Uhr rief dann meine Mama an, die sich gerade auf den Weg zu Arbeit machen wollten, dass hier ein LKW stehe, der einen Backofen und eine Waschmaschine an uns liefern lassen soll. Hmmm ok... Den Backofen nehmen wir ja vielleicht, aber eine Waschmaschine haben wir nicht bestellt. Und wieso um Himmels Willen stehen sie an der falschen Adresse??? 

Meine Mutter schickte die Jungs also schnell weiter und da kam dann also endlich der langersehnte LKW. Während dieser wendete um rückwärts in die Straße zu fahren, kam der zweite Kollege auf uns zu. Wir fragten ob er denn neben dem Backofen auch den Rest hätte, oder ob das jetzt getrennt kommt? Aber er hatte glücklicherweise alles dabei. Nur eben zu spät. Wir erklärten kurz die Situation und unseren Unmut, dass wir sie um 7 Uhr erwartet haben. 
Sie hatten nun nur noch sehr wenig Zeit alles auszuladen, sollten dann den Wagen umparken, damit dann der Straßenbau beginnen kann. Und so wurde es gemacht. Gegen 8:30 Uhr waren sie fertig und die Monteure kamen. Was ein perfektes Timing. Dann ging es eigentlich auch schon los und gegen 15 Uhr stand sie da:


Nur leider hat uns auch an diesem Tag das Schicksal keine Pause gegönnt. Die lange Arbeitsplatte hat einen Furnierfehler und muss ausgetauscht werden. Das kann 3-4 Wochen dauern und ist mehr als ärgerlich. Vor allem auch ein enormer Aufwand für die Monteure, da sie uns ja trotzdem alles ausgesägt haben, damit wir die Küche nutzen können. Aber alles mit Vorsicht, weil nichts miteinander verschraubt ist und keine Silikonfugen gezogen wurden.


Des Weiteren wird die Nischenverkleidung unter der Abzugshaube noch ausgetauscht, da sie etwas zu kurz ist und nicht bündig mit der Arbeitsplatte abschließt. Und der Kohlefilter unserer Berbel Umlufthaube fehlt noch. Ansonsten war die Montage echt unkompliziert und die Mitarbeiter von Küche Aktiv nett und witzig. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns sehr, wenn alles geputzt und das erste Mal benutzt wird. Die ganzen neuen Geräte (nein das in der Mitte der Oberschränke ist keine Mikrowelle) müssen aber erstmal studiert werden. Dafür haben wir ein ganzes Fach voll mit Bedienungsanleitungen.







Während des Küchenaufbaus haben wir uns solange wieder mit dem Vinyl beschäftigt. Der Flur ist nun komplett und dann ging es weiter ins Schlafzimmer. Das Ziel auch die Ankleide und damit das letzte Stück zu verlegen, haben wir leider nicht erreicht. 5 m² haben wir uns also noch aufgehoben. Vermutlich machen wir aber erst in einer Woche weiter. Die Hände, Beine, Gelenke und Rücken tun mittlerweile weh. Und wir wollen nach dem Urlaub ja nicht wie Halbtote zur Arbeit zurück kehren.


Kamin

Wir sind in der zweiten Woche unseres "Urlaubs" und für heute standen 2 Liefertermine an. Zwischen 7 und 13 Uhr sollte der Esstisch von Möbel Kraft geliefert werden und entsprechend früh waren wir im Haus. Gegen 9 Uhr kamen die Monteure samt Tisch und wollten auch gleich loslegen, nur ... Hups, wo sind die Schrauben und Beschläge? Tja, sie waren nicht im Paket (wie aber angekündigt mit einem Sticker auf der Verpackung) und im Auto war auch nichts mehr. Also wurde alles wieder zusammengepackt, das Paket verklebt und der Aufbau auf später verschoben. Die Frage ist wie viel später. Die Monteure konnten noch klären, dass die Beschläge bis zu den Betriebsferien geliefert werden, vsl. die erste Augustwoche.

Na super, somit wäre die zweite Lieferung und das zweite neue Möbelstück im Haus fehlerhaft. Geht ja schon mal gut los oder besser gesagt, geht nach den letzten Ereignissen ja toll weiter.

Als nächstes stand gegen 10 Uhr die Lieferung und Montage des Kamins an. Wer sich erinnert, wir haben uns für die Kaminanlage Nordpeis Odense entschieden. Und hier ist sie nun:


In mehreren Einzelteilen wurde der Kamin ins Haus geschleppt und dann innerhalb von 6 h aufgebaut. Wir haben uns für die Aufstellung direkt an der Wand entschieden. So entstehen keine fiesen Staubritzen, wo man am Ende schlecht ran kommt. Der Kamin wird in Betonoptik geliefert und könnte jetzt in jeder beliebiger Farbe gestrichen werden. Wir werden ihn aber erstmal so lassen und schauen, wie er sich ins Gesamtbild einfügt.



Am Ende des Aufbaus wurde unser Kamin einmal kurz angefeuert, damit wir sehen konnten, dass er funktioniert und wie er vor allem funktioniert ;-) War bei 30 Grad Außentemperatur zwar nicht ganz so stimmungsvoll, aber wir freuen uns jetzt schon auf die kälteren Tage.


Während den ganzen Tag der Kamin aufgebaut wurde, haben wir uns der Verlegung des Vinyls im oberen Flur gekümmert. Eine einzige Fummelarbeit. Durch die Brüstung, der obersten Treppenstufe und dem schiefen Deckenloch hatten wir viel Schneidearbeit und vor allem Nacharbeiten. Während man normalerweise das Vinyl quer einritzt und dann abknickt, ist das Schneiden über die komplette Längsseite sehr anstrengend. Man muss einen ziemlich starken Druck aufbringen, da man hier nicht nur anritzen kann. Das über mehrere Meter lang zu machen schmerzt nach kurzer Zeit dann ziemlich in den Händen. Zudem muss man mit großen Kraftaufwand das Vinyl knicken, damit man am Ende das hoffentlich passende Stück in den Händen hält.

An dem Tag waren wir ziemlich lange im Haus und total K.O. Zudem haben wir die letzten beiden Bahnen dann auch sein lassen, weil die Konzentration weg war.




Wofür wir aber noch Konzentration hatten, war der Anblick unseres Privatstraßen-Schilds. Nun sollte klar sein, wie hier der Hase läuft ;-)


Vinyl verlegen

Am heutigen Tag war es nun soweit; wir haben die ersten Böden verlegt. Mein Papa hat sich zur Unterstützung angeboten und der Plan war, die beiden Kinderzimmer fertig zu kriegen.

Bevor die Arbeiten aber losgingen, waren Stefan und ich früh noch beim Recyclinghof und haben diverse Pappen und etwas Sperrmüll entsorgt. Danach mussten wir nochmal in den Baumarkt um das Equipment für die Verlegearbeiten zu besorgen. Gegen 10 Uhr trafen wir dann am Haus ein und neben dem Maler war auch Stefans Bruder wieder am Start. Dieser wollte eigentlich unsere Satellitenschüssel installieren, aber ärgerlicherweise wurde der Mast für die Befestigung am Dach nicht mitbestellt, sodass er gar nichts machen konnte. Er hat sich dann im Haus um den Kabelsalat gekümmert und dann noch mit Stefan einen Graben für die Erdung der SAT-Schüssel gegraben.

Währenddessen haben mein Papa und ich im ersten Kinderzimmer mit dem Boden begonnen. Erst haben wir diesen nochmal mit dem Spachtel abgeschliffen und dann abgesaugt. Nachdem die Anleitung nochmal studiert wurde, machten wir uns auch ran. Die ersten Bahnen Vinyl brauchten eine gefühlte Ewigkeit. Man musste erst den richtigen Kniff rausbekommen. Außerdem rutschte das Vinyl dauernd hin und her, weil wir ja keine Dämmung o. ä. unterlegen dürfen. Also immer wieder ausbessern und die Keile an den Rändern neu ausrichten. Ab der 4. Bahn ging es dann besser, weil sich eine Grundstabilität entwickelt hat. Außerdem sollte die erste Reihe so präzise wie möglich verlegt werden, damit am Ende der gesamte Verband gerade im Raum liegt. Denn die erste Reihe gibt die Richtung für den kompletten Raum vor.


Zum Verlegen von Vinyl brauch man ein 

- Teppichmesser, 
- Zollstock, 
- Zugeisen,
- Schlagklotz,
- einen Gummihammer,
- Distanzkeile
- und einen Stahlwinkel.

Mit dem Winkel und dem Teppichmesser haben wir die Vinylplanken gekürzt. Diese werden an der Oberfläche eingeritzt und dann sauber abgeknickt. Die Planken legt man nicht direkt bündig an die Wand, sondern mit einem Abstand von 4 bis 5 mm, da so eine Dehnungsfuge entsteht, die wichtig ist, da sich der Boden aufgrund von Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen ausdehnen bzw. zusammenziehen kann


Als Verlegemuster haben wir "unregelmäßigen Verband" gewählt. Begonnen wird auf der linken Seite des Raumes. Das Reststück der letzten Planke wird dann in der nächsten Reihe verwendet und sich wieder von links nach rechts gearbeitet. Die Planken werden zudem mit leichten (und manchmal nicht so leichten) Schlägen fixiert. So rutschen Nut und Feder noch besser zusammen.

Nach 4 Stunden im ersten Raum und nochmal 2 Stunden im anderen "Kinderzimmer" waren wir fertig. Auch körperlich. Alle Leute im Haus waren nach wenigen Minuten nass geschwitzt. Die Dauerhitze die Tage zuvor und die warmen Nächte haben das Haus aufgewärmt. Und obwohl es innen deutlich kühler war aus draußen, war es irgendwie doch unerträglich. Stefan und sein Bruder haben zudem ja auch noch in der Sonne gearbeitet, kein Spaß. Daher haben sich alle ein kaltes Bier nach der Arbeit verdient :-)