Hallo, ich bin der neue Bauleiter....

... so hat unser Gespräch heute Morgen zwar nicht begonnen, der Satz war aber eines der Endergebnisse unseres Termins. Aber fangen wir von vorne an.

Team Massivhaus hatte uns letzte Woche ja zu einem klärenden Gespräch mit einem "neutralen" Bauleiter sowie Fa. Alarm-Center eingeladen. Mit vielen Erwartungen, aber irgendwie auch keiner Ahnung haben wir uns dann heute gegen 8 Uhr getroffen. An unserer Seite war Norman, ein angehender Elektromeister aus Martins Firma, der uns schon zuvor bei dem Thema beistand. Da wir ahnten, dass hier viel - in unseren Augen - Fachchinesisch gesprochen wird, wollten wir vorbereitet sein und mit unserer Geheimwaffe trumpfen. Aber gleich die ersten Minuten brachten eine gefühlte Niederlage. Nachdem wir Herrn Lange, als "neutralen" Bauleiter kennenlernten, sprachen wir erstmal nochmal die bemängelten Punkte an. Eigentlich dreht sich ja so ziemlich alles um die DIN 18015 und Herr F. schmetterte unsere Aussagen damit ab, dass diese DIN eine Empfehlung ist und für ihn als Grundlage die VDE und TAB gilt. Auf die Bemerkung hin, dass in den TAB (Technische Anschlussbedingungen) unseres Energieversorgers die DIN als verbindlich beschrieben wird (und wir ja einen Bauvertrag nach DIN unterschrieben haben), meinte er, dass die TAB nur als Bedingung für die Verteilung gilt. Also kurzum, alles was wir ansprechen ist Bullshit, er macht alles richtig...

Beim weiteren Gespräch zu den Installationszonen hatte er auch wieder irgendwelche Ausreden auf Lager, am Ende seien es Erfahrungswerte, alles super, alles schick. Norman, der zwischenzeitlich die Verhandlung für uns übernommen hat, biss sich ebenfalls die Zähne aus und leider konnte man auf Unterstützung des Bauleiters auch nicht hoffen. Er sagte klipp und klar, dass er nur Bauleiter ist und für diese Thema kein Verständnis hat. Ehrlich? Schon wieder so eine Aussage. Wenn nicht die Bauleiter, wer hat dann in dieser Firma eine Ahnung? So kann doch niemals sichergestellt werden, dass das Haus nach den "anerkannten Regeln der Technik" gebaut wird, wenn sich jeder auf jeden verlässt und am Ende macht, was man will.

Beim Punkt, dass Bündelung von Leitungen unzulässig ist, wurde uns ebenfalls das Wort abgeschnitten. Herr Lange widersprach uns, dass er soeben dazu noch mit einem Gutachter vom Flughafen Schönefeld telefonierte und dies mittlerweile erlaubt sei. Hmm, Flughafen Schönefeld, meint er den BER? Vielleicht sollte man nicht so viel auf die Aussage geben, sonst wäre der Flughafen vielleicht schon längst fertig gestellt.




Nur bei den Leerrohren an den Rolladenleitungen gab es ein Eingeständnis, dass hier nachgearbeitet werden muss. Ebenso die fehlende Steckdose und die Verlegung der Leitung für den USA. Dieser kommt nun an der Kücheseite raus. Am Ende waren wir sehr unzufrieden mit dem Termin. Wir kamen nicht so Recht vorwärts und wir vereinbarten erstmal, dass Alarm-Center die Leerrohre setzt und ich glaube bei ein, zwei waagerechten Fräsungen wird auch nachgearbeitet. Aber was die Installationszonen, vorallem auf dem Boden anbelagt, wurden wir mit unserer Forderung stehen gelassen. Hier wurde zwischen Bauleiter und Herrn F. vereinbart, dass eine entsprechende Dokumentation gemacht wird, wo welche Leitungen verlaufen. Ok, das haben wir teilweise selbst gemacht und löst am Ende eigentlich nicht das Problem, dass hier entgegen der Vorschriften gearbeitet wurde. Statt konstruktiv eine Lösung zu finden, nämlich die Mängel zu beseitigen, wurde uns empfohlen, dass wir vor jedem Bohren eben mit einem Leitungssuchgerät ermitteln sollen, wo die Stromleitungen tatsächlich verlaufen...

Hier nochmal ein paar Impressionen der Leitungen auf dem Boden und folgender Hinweis: "Die Installationszone für elektrische Leitungen hat eine maximale Breite von 30 cm und einen Mindestwandabstand von 20 cm. Um die Stabilität des Estrichs zu gewährleisten, ist zu den Installationszonen fremder Gewerke ein Mindestabstand von 20 cm einzuhalten. Im Türdurchgangsbereich ist ein beidseitiger Wandabstand von 15 cm zu berücksichtigen."

 


Nach einer knappen Stunde war die Begehung beendet und die Stimmung schlecht. Herr Lange fragte dann, dass er gehört hat, dass wir mit unserem jetzigen Bauleiter Probleme haben und er anbieten könnte, dass er ab sofort die Baustelle übernehmen kann. Die Kommunikation mit Herrn Schneider hatte sich zwar leicht verbessert, aber die schlechte Erreichbarkeit bzw. der Wunsch, sich mal auf der Baustelle gemeinsam zu treffen, konnte nicht erfüllt werden. Daher stimmten wir dem Wechsel zu und fragten uns, ob Team das nun vorgeschlagen hat oder Herr Schneider nicht mehr wollte? Denn zuerst wurde unsere Bitte ja abgelehnt. Herr Lange kommt zumindest aus der Region und ich denke, hier wäre ein Termin mal um 7 oder 8 Uhr vor Arbeit eher möglich und die Gemüter der Bauherren schneller zu beruhigen. Er machte uns auch gleich auf eine feuchte Stelle am Schornstein im Bad aufmerksam. Dies käme dadurch zustande, dass es draußen und drin gerade kalt ist und es bildet sich im Schornstein dann Kondensat. Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, dass wir die Öffnung unten am Schornstein aufmachen, damit eine Zirkulation stattfinden kann. Das haben wir auch gleich gemacht. Außerdem haben wir alle Fenster im OG angekippt, da sich mittlerweile täglich eine Menge Kondensat an den Fenster absetzt. Herr Lange meinte, dass es nicht schade, dass wir sie den ganzen Tag (theoretisch auch nachts) offen lassen, da es ja tagsüber keine Minusgrade mehr gibt. Wir haben sie aber trotzdem nachts zugemacht, denn in Brandenburg ist es doch noch etwas frischer als in der Stadt.

Nach dem Termin rief ich dann erstmal unseren Gutachter an und erzählte ihm von der Misere. Er meinte, dass die DIN gilt, egal was der Elektriker sagt und auch wenn die TAB nur für den Anschluss der Verteilung angewendet wird, so wird die Verteilung ja mit den Leitungen angeschlossen. Ergo müssen diese nach DIN verlegt werden. Und egal was er sagt, wir haben einen Bauvertrag, der beschreibt, dass die Bauausführung konventionell in handwerksgerechter Bauweise nach den gültigen DIN-Normen und den anerkannten Regeln der Technik erfolgt... Da ich mittlerweile mal wieder am Ende mit meinem Latein war, bat ich den Gutachter mal mit dem Bauleiter zu sprechen. Ich übermittelte die Nummer und am Ende war es wohl Herr F., der unseren Sachverständigen anrief. In dem Telefonat wiederholte sich Herr F., dass er nach den anerkannten Regeln arbeitet und wir am Ende ein Messprotokoll und eine Fachunternehmererklärung erhalten. Mehr können wir an dieser Stelle erstmal nicht tun.

Da wir vorankommen möchten, wird der Baustopp nun erstmal aufgehoben, das Alarm-Center am Donnerstag mit den Nacharbeiten beginnen kann. Aber glücklich mit dem aktuellen Ergebnis sind wir nicht und werden hier nochmal eine Nacht drüber schlafen und uns morgen wohl nochmal mit dem Gutachter dahingehend unterhalten. Muss hier etwa wieder der Anwalt ran?


Kommentare:

  1. Warum war denn Euer Bausachverständiger nicht bei dem Termin dabei?
    Gruß Christian

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    1. Hi Christian, er hatte leider einen Termin beim Bauamt und konnte nicht dabei sein. Zwischenzeitlich habe wir aber mit ihm gesprochen.

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  2. Hallo ihr beiden,
    ich lese seit einigen Tagen euren Blog, da wir auch vor der Entscheidung stehen uns eine Firma für unseren Hausbau in OHV zu suchen. Erst einmal ganz herzlichen Dank für die vielen umfangreichen Schilderungen, die sicherlich einiges an Zeit beanspruchen. Ich habe bei euch geballt mehr Informationen über den Hausbau erhalten, als ich mit viel Suchen im www gefunden habe ... und das alles noch auf eine schön zu lesende Art. Vielen Dank und ich drücke euch ganz ganz dolle die Daumen für alle Dinge die noch kommen.

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    1. Hallo Torsten, ich freue mich dass ihr unseren Blog lest. Lob hört man immer gern. Als wir damals (und auch heute) selbst vor Entscheidungen standen, war ich auch immer dankbar, dass man viele Erfahrungen nachlesen konnte.

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